Anbau

In Deutschland werden überwiegend Tannen und Fichten angebaut und nachgefragt. Der gefragteste Baum ist die Nordmanntanne, botanisch: Abies nordmanniana. Die Nordmanntanne zeichnet sich durch dunkelgrüne, weiche, glänzende Nadeln aus. Die Nordmanntanne hat einen pyramidalen Wuchs und etagenförmig angeordnete Zweige. Der Marktanteil der Nordmanntannen liegt in den letzten Jahren bei gut 75 %. Die angebotenen Bäume kommen aus speziell angelegten Weihnachtsbaum-Kulturen.

Nach der Aussaat stehen die Sämlinge zwei Jahre im sogenannten Saatbeet in der Baumschule. Dann werden sie verschult, d.h. umgepflanzt. Durch das Verschulen erhalten die Pflanzen mehr Platz und ein besseres Wurzelwerk. Nach einem oder zwei weiteren Jahren im Verschulbeet wird die drei- oder vierjährige Pflanze in das endgültige Weihnachtsbaumquartier verpflanzt. Hier benötigt sie noch einmal 9 bis 11 Jahre, um als marktgerechter Weihnachtsbaum geerntet werden zu können.

In den ersten Jahren wachsen die Bäume eher langsam. Die Pflegearbeiten konzentrieren sich auf die Unkrautregulierung, einer entzugsorientierten Düngung sowie der Kontrolle auf Schädlingsbefall und ggf. Behandlung. Ab dem 6. Jahr kommen Arbeiten zur Terminalverkürzung und Formschnitt hinzu. Um das Spitzenwachstum zu hemmen und damit die Abstände zwischen den Astreihen gleichmäßig zu halten, wird mit einer Spezialzange der Saftstrom gehemmt. Der Wuchs des Terminaltriebes wird auf diese Weise mechanisch gebremst. Durch manuelles Herauszwicken der äußersten Triebe wird der Wuchs der Seitentriebe reguliert, wodurch eine regelmäßige Rundung des Baumes und schmalere Baumformen erzielt werden. Diese Arbeiten werden auch Formschnitt genannt. Die Triebverkürzung stellt eine qualitätsfördernde Maßnahme zur Erzielung formschöner Bäume dar und verlängert die Produktionszeit und das Produktionsrisiko um ein ganzes Jahr.

Das Ziel der Anbauer ist, eine 2 m große Nordmanntanne nach 10 Jahren möglichst ohne Makel, ernten zu können.


 
 
 

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